Ich finde das Kennenlernen gar nicht mal am schwierigsten. Man trifft auf der Arbeit, beim Sport oder über andere Leute ständig jemanden, mit dem man sich gut versteht.
Schwierig ist das zweite, dritte und vierte Treffen.
Früher hat Schule oder Uni das automatisch erledigt. Man saß nächste Woche wieder nebeneinander. Heute hat jeder Arbeit, Partner, alte Freunde, Termine, vielleicht Kinder, und plötzlich muss man aus „war nett gestern“ aktiv einen Dienstag in drei Wochen machen.
Freundschaften nach 30 entstehen für mich deshalb weniger spontan. Man muss ein bisschen nachhelfen, bis es irgendwann wieder spontan wird.
L
leerlauf
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an der roten ampel warten obwohl kein auto kommt
Wenn ich allein bin und wirklich kein Auto kommt, gehe ich manchmal bei Rot.
Wenn ein Kind danebensteht, warte ich plötzlich.
Offenbar hängt meine persönliche Straßenverkehrsmoral auch vom Publikum ab.
social media löschen und wieder installieren
Nach dem Löschen von Instagram habe ich die ersten Tage mehrmals automatisch auf die Stelle getippt, an der vorher das Icon war.
Da war dann nur noch meine Wetter-App.
Ich habe in dieser Woche ungewöhnlich oft gewusst, ob es morgen regnet.
Irgendwann hört dieser Reflex tatsächlich auf. Das fand ich fast interessanter als alles, was ich vorher dort gesehen habe.
pläne absagen und sich darüber freuen
Es gibt kaum ein ehrlicheres Glück als:
„Sorry, ich schaffe es heute doch nicht.“
und man antwortet „kein Problem :)“, während man innerlich schon die Jogginghose anzieht.
Besonders schön, wenn wahrscheinlich beide erleichtert sind.
der punkt an dem man dating-apps wieder löscht
Bei mir war es kein einzelnes schlechtes Date.
Ich habe irgendwann gemerkt, dass ich die App öffne wie Instagram: kurz im Bus, kurz beim Fernsehen, kurz bevor ich schlafen gehe. Nicht weil ich gerade wirklich jemanden kennenlernen wollte, sondern weil da halt etwas zum Wischen war.
Da wurde es für mich ziemlich sinnlos.
Wenn ich Menschen kennenlernen will, sollte wenigstens dieser Teil noch Absicht sein.
chatgpt für dinge die man sonst selbst macht
Ich benutze ChatGPT manchmal, wenn ich bei einer Entscheidung im Kreis denke.
Nicht unbedingt mit „Was soll ich machen?“, sondern eher: „Was spricht eigentlich gegen die Idee?“
Das hilft mir erstaunlich oft, weil plötzlich Argumente auf dem Bildschirm stehen, die vorher nur irgendwie im Kopf herumlagen.
Der Haken ist, dass ChatGPT meistens auch die Gegenseite ziemlich überzeugend formulieren kann.
Irgendwann muss man leider trotzdem selbst entscheiden.
allein sein ohne einsam zu sein
Allein wohnen bedeutet nicht automatisch, jeden Abend allein zu sein.
Arbeit, Freunde, Sport, Familie – und danach eine Wohnung, in der niemand mehr etwas möchte.
Für manche Menschen ist die leere Wohnung am Ende des Tages weniger Einsamkeit als Ruhe.
kein instagram haben
Ohne Instagram erfährt man manche Dinge nicht nebenbei.
Neue Wohnung, Urlaub, neuer Haarschnitt, irgendein Konzert – andere haben das alles schon in einer Story gesehen.
Beim nächsten Treffen fragt man dafür tatsächlich: „Was gibt's Neues?“
Erstaunlich analog.
wenn aus freunden kalendertermine werden
Ein voller Kalender kann aus lauter schönen Dingen bestehen und sich trotzdem irgendwann zu voll anfühlen.
Arbeit, Sport, Freunde, Familie, Geburtstage – alles einzeln freiwillig.
Vielleicht gehört zu guter Freizeitplanung auch, gelegentlich bewusst nichts einzutragen.
kein instagram haben
Ohne Instagram habe ich nicht plötzlich angefangen, jeden Abend Bücher zu lesen und mein Leben zu optimieren.
Ich habe einfach mehr Reddit und YouTube benutzt.
War eine hilfreiche Erkenntnis.