Wenn wirklich etwas sofort erledigt werden muss, sollte es dafür einen klaren Weg geben.
Alles andere kann bis zum nächsten Arbeitstag warten.
Wenn jede Nachricht nach Feierabend potenziell dringend ist, bedeutet das am Ende hauptsächlich, dass niemand weiß, was dringend bedeutet.
zwei stunden arbeitsweg am tag
Bei einem Job mit deutlich längerem Arbeitsweg würde ich inzwischen nicht nur Benzin oder Ticket vom höheren Gehalt abziehen.
Auch die zusätzliche Zeit gehört für mich irgendwie in die Rechnung.
Mehr brutto kann immer noch klar besser sein. Aber zwei Stunden täglich sind eben ebenfalls ein Preis, nur ohne Eurozeichen.
der kurze call der 45 minuten dauert
„Kurzer Call“ funktioniert besser, wenn im Kalender tatsächlich 15 Minuten stehen. Dann gibt es wenigstens einen sichtbaren Zeitpunkt, an dem jemand sagen kann: Das Hauptthema ist geklärt, den Rest machen wir separat. Ohne Grenze entwickelt fast jedes Nebenthema überraschend gute Überlebenschancen.
obstkorb als benefit
Ich habe überhaupt nichts gegen einen guten Obstkorb im Büro. Ich würde wahrscheinlich jeden Tag etwas davon essen.
Er wird für mich nur merkwürdig, wenn er in einer Stellenanzeige auf derselben Ebene steht wie Gehalt, Homeoffice oder Urlaub.
Banane: gern.
Gehaltsargument: eher nicht.
gehaltsangaben in stellenanzeigen
Bei tarifgebundenen Stellen kann eine konkrete Entgeltgruppe manchmal mehr sagen als ein großes Jahresgehalt in der Überschrift.
Dann lässt sich wenigstens nachvollziehen, woher die Zahl kommt und welche Einstufung dahintersteht.
Transparenz muss nicht immer aus einer einzelnen möglichst hohen Zahl bestehen.
zurück ins büro obwohl homeoffice funktioniert
Erst Bürofläche reduzieren.
Dann Desksharing einführen.
Dann mehr Anwesenheit verlangen.
Und plötzlich braucht man eine App, um einen Schreibtisch in dem Büro zu bekommen, in das man kommen muss.
homeoffice in der stellenanzeige und im gespräch plötzlich doch nicht
Mich würde weniger stören, wenn eine Firma offen schreibt: vier Tage Büro, ein Tag Homeoffice.
Dann weiß jeder vorher, worauf er sich einlässt.
Merkwürdig wird es, wenn Flexibilität erst als Vorteil verkauft und im Gespräch anschließend Stück für Stück relativiert wird.
was einem in der schule nie beigebracht wurde
„Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit …“ lernt man irgendwann nebenbei, weil plötzlich Vermieter, Versicherung, Arbeitgeber oder Behörde eine klare schriftliche Nachricht brauchen. Zwischen Gedichtanalyse und Erwachsenwerden hätte eine Stunde „Wie schreibe ich eine sachliche Mail, die tatsächlich etwas erledigt?“ erstaunlich gut gepasst.
meetings ohne agenda
Wenn ein Meeting hauptsächlich daraus besteht, dass jemand zehn Folien vorliest, hätte man dieselben Informationen vielleicht vorher verschicken können. Die gemeinsame Zeit wäre dann für Rückfragen, Entscheidungen oder Widerspruch frei. Lesen funktioniert erstaunlich gut ohne Kalendereinladung.
das erste richtige gehalt und trotzdem kein geld
Ein neuer Job in einer anderen Stadt kann das erste gute Gehalt schon vor dem ersten normalen Monat beschäftigen.
Kaution, Umzug, Möbel, vielleicht doppelte Miete und irgendeine Sache, die in der neuen Wohnung garantiert fehlt.
Der Berufseinstieg ist finanziell manchmal erstaunlich startkostenintensiv.