Bei wichtigen Terminen nehme ich bei der Bahn lieber einen Zug zu früh. Acht Minuten Umstiegszeit fühlen sich für mich auch nicht mehr wie eine Verbindung an, sondern eher wie eine Wette.
Letzte Woche hatte mein ICE zwölf Minuten Verspätung und ich war tatsächlich kurz positiv überrascht.
Das sagt wahrscheinlich mehr über meine Erwartungen als über die zwölf Minuten.
Z
zwischenhalt
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ki als kollege
Bei uns taucht KI vor allem bei den langweiligen Sachen auf.
Meetingnotizen kürzen, aus Stichpunkten eine Mail machen, einen langen Text erst mal zusammenfassen.
Das spart mir tatsächlich Zeit.
Sobald aber Kontext fehlt oder irgendetwas entschieden werden muss, bin ich wieder selbst dran.
Revolution fühlt sich anders an. Praktisch ist es trotzdem.
nach der arbeit keine energie mehr für menschen
Ich habe irgendwann gemerkt, dass ich nach der Arbeit nicht unbedingt müde bin. Ich will nur erst mal von niemandem mehr etwas.
Acht Stunden Fragen, Meetings, Slack, „hast du kurz?“ und dann schreibt um 18 Uhr ein Freund: „Noch spontan Bier?“
Eigentlich würde ich ihn gern sehen.
Mein Gehirn liest aber nur: weiterer Termin mit Gespräch.
Wenn wir uns dann doch treffen, bin ich meistens froh. Der schwierige Teil ist wirklich nur, nach Feierabend noch einmal aus dem Ruhemodus rauszukommen.
das erste richtige gehalt und trotzdem kein geld
Beim ersten richtigen Gehalt dachte ich kurz: wow, jetzt habe ich ja Geld.
Dann kamen Miete, Versicherung, Strom, Essen und diese ganzen Beträge, die als Student irgendwie entweder kleiner waren oder jemand anderes organisiert hat.
Am Monatsende hatte ich tatsächlich mehr als früher.
Nur nicht annähernd so viel mehr, wie die Zahl auf der Gehaltsabrechnung zuerst versprochen hatte.
briefe für dinge die auch eine email sein könnten
Letztens kam ein Brief, dessen komplette Information ungefähr aus einem Satz bestand.
Umschlag auf. Zwei Seiten Papier. Geschäftszeichen, Datum, drei Absätze Einleitung.
Inhalt: Wir haben Ihre Unterlagen erhalten.
Einerseits schön zu wissen.
Andererseits hätte mein Postfach diese Nachricht auch ohne Briefmarke verkraftet.
homeoffice
Ich arbeite gern im Homeoffice, aber Mittagspause kann dort erstaunlich schnell zu „ich esse nebenbei vor dem Laptop“ werden.
Im Büro stehe ich wenigstens irgendwann auf, weil jemand fragt, ob wir was essen gehen.
Zuhause muss ich mir diese ganz normale Pause tatsächlich selbst beibringen.
das erste richtige gehalt und trotzdem kein geld
Beim ersten regelmäßigen Gehalt habe ich irgendwann angefangen, direkt am Monatsanfang etwas zurückzulegen.
Danach sah das Konto weniger beeindruckend aus als vorher. Gleichzeitig fühlte sich die nächste unerwartete Rechnung deutlich weniger dramatisch an.
Vielleicht ist „mehr Geld haben“ nicht ganz dasselbe wie „mehr Geld ausgeben können“.
wenn man plötzlich gern früh nach hause geht
Letztens waren wir gegen halb zwölf noch am Überlegen, ob wir weiterziehen.
Ich habe kurz meinen Heimweg gesehen, mein Bett gesehen und gesagt: Ich bin raus.
Am nächsten Morgen war ich um neun wach, Kaffee gemacht und hatte noch den ganzen Sonntag vor mir.
Hat sich ziemlich nach der richtigen Entscheidung angefühlt.
an der roten ampel warten obwohl kein auto kommt
Nachts um halb zwölf, keine Autos weit und breit, Fußgängerampel rot.
Ich bleibe stehen.
Dann kommt jemand anderes, bleibt neben mir stehen und wir warten beide schweigend auf Erlaubnis, eine komplett leere Straße zu überqueren.
In solchen Momenten fühle ich mich sehr regelkonform und gleichzeitig ein bisschen albern.