Bei einem Behördenbrief wären drei Dinge ganz oben oft genug:
Was ist passiert?
Was muss jetzt getan werden?
Bis wann?
Wenn man diese Antworten erst zwischen Aktenzeichen, Rechtsgrundlage und vier Absätzen Einleitung suchen muss, ist der Text vielleicht korrekt, aber noch nicht besonders hilfreich.
Umziehen heißt nicht nur Kartons und neue Schlüssel.
Bank, Versicherung, Arbeitgeber, Rundfunkbeitrag, Verträge, vielleicht Fahrzeug und verschiedene Behörden möchten irgendwann ebenfalls wissen, wo man jetzt wohnt.
Eine neue Adresse ist eine Information.
Administrativ kann sie erstaunlich viele Empfänger haben.
Ich hatte letzte Woche einen Termin beim Bürgeramt und war innerlich auf mindestens eine Stunde vorbereitet.
Termin 10:20.
Um 10:18 aufgerufen.
Um 10:27 wieder draußen.
Die Mitarbeiterin war freundlich, ich hatte ausnahmsweise alle Unterlagen dabei und nichts ist kaputtgegangen.
Ich schreibe das nur auf, weil man über funktionierende Bürokratie sonst nie etwas erzählt.
Für einen Antrag wäre eine Sache oft besonders hilfreich: bevor man anfängt sehen, welche Unterlagen am Ende wirklich gebraucht werden.
Nicht erst auf Seite sieben herausfinden, dass noch eine Bescheinigung fehlt, die gerade in einem anderen Ordner oder bei einer anderen Stelle liegt.
Gute Bürokratie erklärt die Hausaufgaben vor dem Test.
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