Wer fast immer gewinnt, freut sich wahrscheinlich auch. Aber nach Wochen voller Niederlagen kann ein einziger später Sieg plötzlich wie ein kleines historisches Ereignis wirken. Vielleicht besteht ein Teil des Fanlebens genau darin, dass Freude keine konstante Versorgung braucht, um sehr groß zu werden.
Wenn ein Streamingdienst jahrelang schlecht wird, kündigt man ihn. Bei einem Fußballverein funktioniert dieselbe Marktlogik erstaunlich schlecht. Man unterstützt nicht jedes Ergebnis. Man unterstützt irgendwann diesen Verein – was leider auch bedeutet, sehr regelmäßig genau seine schlechten Ergebnisse zu bekommen.
Wenn mein Verein dreimal hintereinander verliert, beginnt im Freundeskreis irgendwann diese spezielle Phase, in der niemand mehr ernsthaft optimistisch ist und trotzdem alle den nächsten Termin kennen. Gemeinsames Leiden hat erschreckend gute organisatorische Fähigkeiten.
Ein Verein besteht für Fans irgendwann nicht nur aus elf Spielern und einer Tabelle. Da hängen Menschen, Stadionweg, Kneipe, Familienerinnerungen und bestimmte Samstage dran. Schlechte Ergebnisse verändern die Stimmung. Sie löschen aber nicht automatisch alles, was außerhalb des Spielfelds entstanden ist.
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