Ein Paar Schuhe bestellt.
Paket angekommen.
Drei Tage später:
„Wir vermissen dich.“
Das ging schnell.
Wir kannten uns kaum.
Eine E-Mail-Adresse für eine Bestellung anzugeben bedeutet nicht automatisch: Schickt mir ab jetzt Werbung zu allem. Für Bestandskunden gibt es zwar unter bestimmten Voraussetzungen eine Ausnahme für eigene ähnliche Produkte, aber auch dabei gehört eine klare Widerspruchsmöglichkeit dazu. „Hat einmal gekauft“ ist keine unbegrenzte Marketingkategorie.
Newsletter abgemeldet.
Bestätigung:
„Schade, dass du gehst.“
Okay.
Drei Tage später:
„Wir vermissen dich schon.“
Das Trennungsgespräch war offenbar nicht für beide Seiten eindeutig.
„10 Prozent Rabatt für Newsletter-Anmeldung“ klingt beim Checkout nach einem ziemlich klaren Tausch.
Interessant wird der Deal erst später, wenn aus den zehn Prozent plötzlich vier Mails pro Woche werden.
Manche Rabatte bezahlt man offenbar teilweise mit Posteingang.
Wenn ich den Newsletter abbestelle, möchte ich natürlich trotzdem erfahren, dass mein bereits gekauftes Paket verschickt wurde. Marketing und Bestellkommunikation sind für mich zwei völlig verschiedene Posteingänge, auch wenn beide denselben Absender haben.
Mail vom Shop.
Ist mein Paket unterwegs?
Nein.
„Unsere Herbstfavoriten.“
Danke.
Meine eigentliche Beziehung zu euch besteht gerade hauptsächlich aus einer Sendungsnummer.
Newsletter stören mich nicht grundsätzlich.
Ein Shop, bei dem ich zweimal im Jahr kaufe, darf mir gern gelegentlich etwas wirklich Relevantes schicken.
Wenn jeden zweiten Tag „nur heute“ irgendeine Aktion endet, wird aus Information hauptsächlich Hintergrundrauschen.
Newsletter abbestellen.
Bitte einloggen.
Passwort vergessen.
Reset-Mail erhalten.
Jetzt noch einmal zum Newsletter.
Aus einer E-Mail weniger wurde ein kleines IT-Projekt.
Wenn ich einen Newsletter nicht mehr möchte, will ich eigentlich keine Kommunikationsstrategie konfigurieren.
Nicht „weniger häufig“, nicht „nur relevante Angebote“, nicht fünf Kategorien auswählen.
Ich möchte auf Abmelden klicken und danach abgemeldet sein.
Ein sinnvoller Newsletter einmal im Monat kann angenehm sein. Derselbe Shop viermal pro Woche wirkt völlig anders, obwohl jede einzelne Mail theoretisch relevant sein könnte. Kommunikation hat nicht nur Inhalt, sondern auch eine Lautstärke in der Zeit.
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