Vier Personen möchten getrennt zahlen.
Vier Rechnungsanteile.
Viermal Karte.
Viermal Trinkgeldfrage.
Aus „wir teilen einfach“ wird am Terminal manchmal ein kleines Kassensystem-Projekt.
10 Prozent.
15 Prozent.
20 Prozent.
Kein Trinkgeld.
Interessant, wie vier gleich große Entscheidungen auf einem Display trotzdem nicht gleich freiwillig wirken.
Ich gebe bei gutem Service gern Trinkgeld.
Was mich am Terminal stört, ist deshalb gar nicht das Trinkgeld selbst, sondern der Moment, in dem eine freiwillige Geste plötzlich wie eine Frage aussieht, die man vor der Bedienung richtig beantworten soll.
Bestellung am Display aufgegeben.
Getränk selbst abgeholt.
Tasse danach selbst zurückgebracht.
Kartenterminal: Trinkgeld?
Irgendwo fehlt noch die Frage, wie der eigene Stundenlohn ausgezahlt werden soll.
Eigentlich müsste „Kein Trinkgeld“ am Terminal genauso langweilig sein wie „Beleg nein“.
Stattdessen fühlt sich der Knopf manchmal an, als müsste danach noch kurz begründet werden, warum man heute persönlich gegen die Gastronomie ist.
Der nervige Teil am Trinkgeldterminal kommt vermutlich nicht immer von der Person, die es einem hinhält.
Deshalb wäre es auch etwas schief, aus Protest gegen das Interface automatisch dem Service nichts zu geben.
Schlechtes Design und schlechter Service sind zwei verschiedene Dinge.
Bei einem Kaffee für 4,50 Euro denke ich beim Trinkgeld ehrlich gesagt nicht in Prozent.
Ich denke eher: Mach fünf.
Das Kartenterminal möchte daraus manchmal erst eine kleine Prozentrechnung machen. Digitaler bezahlt, mathematischer geworden.
10, 15 oder 20 Prozent sind praktische Schnellbuttons.
Hilfreich wäre trotzdem, wenn „anderer Betrag“ genauso offensichtlich danebensteht.
Freiwilliges Trinkgeld funktioniert überzeugender, wenn auch die Höhe wirklich frei gewählt werden kann.
Trinkgeld: 5 Euro.
Kartenterminal: angenommen.
Gast: zufrieden.
Offene Frage:
Bekommt es diese Bedienung, das ganze Team oder irgendeinen gemeinsamen Topf?
Ein bisschen Transparenz wäre kein schlechter zusätzlicher Button.
Ob ein Terminal auf dem Tresen liegt oder direkt in der Hand der Bedienung gehalten wird, ändert technisch nichts an den Trinkgeldoptionen.
Sozial kann es sich trotzdem anders anfühlen.
Eine freiwillige Entscheidung wird angenehmer, wenn man nicht das Gefühl hat, dass jemand währenddessen die eigene Fingerbewegung bewertet.
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