Kinder im Freundeskreis haben einen praktischen Vorteil: Man kann der lustige Erwachsene sein, zwanzig Minuten Lego bauen und danach wieder nach Hause gehen.
Eigene Kinder wollen und die Kinder seiner Freunde mögen sind zum Glück zwei verschiedene Entscheidungen.
Manchmal verändert sich gar nicht so sehr, mit wem man Zeit verbringt, sondern wo.
Früher Bar oder Restaurant, heute Kaffee am Küchentisch oder eine Runde durch den Park mit Kinderwagen.
Das kann trotzdem dasselbe gute Gespräch sein.
Früher begann das Treffen um 20 Uhr.
Heute endet es um 20 Uhr.
Dazwischen liegen Frühstück, Spaziergang, Kaffee und vielleicht ein Spielplatz in der Nähe.
Die Freundschaft kann dieselbe bleiben, während ihre bevorzugte Zeitzone komplett umzieht.
Schwierig fände ich, wenn jedes Problem ohne Kinder automatisch als kleiner gilt.
Natürlich ist ein krankes Kind etwas anderes als ein stressiger Arbeitstag. Trotzdem möchte ich in einer Freundschaft nicht irgendwann nur noch die Person sein, die angeblich immer Zeit und keine echten Sorgen hat.
Die ersten Monate mit einem Baby sind wahrscheinlich ein schlechter Zeitpunkt, um die endgültige Qualität einer Freundschaft zu bewerten.
Manche Kontakte werden in dieser Phase leiser, ohne wirklich vorbei zu sein.
Ein halbes Jahr später kann wieder mehr Platz da sein. Nicht jede Distanz ist sofort ein neues Normal.
Ich verstehe, dass Freunde mit Kindern zeitlich viel weniger flexibel sind.
Trotzdem würde ich nicht wollen, dass daraus automatisch wird: Ich fahre immer zu ihnen, ich richte mich immer nach ihrem Kalender und meine Wochenenden sind grundsätzlich verschiebbar.
Rücksicht darf asymmetrisch sein. Sie sollte nur nicht dauerhaft einseitig werden.
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