Im Museum dreißig Minuten vor einem Bild stehen oder nach zehn Minuten wieder gehen. Beim Spaziergang spontan abbiegen. Allein unterwegs zu sein hat manchmal weniger mit Einsamkeit als mit der seltenen Erfahrung zu tun, wirklich niemandes Tempo mitdenken zu müssen.
Acht Stunden allein können wunderbar sein, wenn man genau das wollte. Zwei Stunden können sich sehr lang anfühlen, wenn man eigentlich Nähe gesucht hätte. Die Uhr ist offenbar ein ziemlich schlechter Einsamkeitsmesser.
Zwei Menschen können denselben Abend allein verbringen und ihn völlig unterschiedlich erleben. Es macht einen Unterschied, ob Ruhe gerade freiwillig ist und man weiß, wen man morgen anrufen könnte, oder ob genau diese Verbindung fehlt.
Allein sein fühlt sich für mich gut an, solange es eine Wahl ist.
Ein freier Samstag ohne Plan: super.
Drei Wochen niemand, den man spontan anrufen könnte: völlig anderes Gefühl.
Von außen sieht beides wahrscheinlich ziemlich ähnlich aus.
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