In einer fremden Stadt ist der angenehmste Teil am Deutschlandticket manchmal nicht die Fahrt selbst.
Man steigt in Bus oder U-Bahn und muss vorher nicht herausfinden, ob Zone A, B, Kurzstrecke oder irgendein Tagesticket gerade die richtige Antwort ist.
Ein Problem weniger am Fahrkartenautomaten.
Ich mag am Deutschlandticket, dass man damit auch längere Strecken einfach ausprobieren kann.
Man muss nur ehrlich dazu sagen: Drei Regionalzüge mit zwei Umstiegen sind nicht dasselbe wie ein ICE.
Das Ziel kann gleich sein. Der Reisetag ist ein anderer.
Ein Deutschlandticket, das diesen Monat kaum benutzt wird, kann nicht einfach für zwei Wochen an den Partner oder einen Freund weitergegeben werden.
Das Ticket ist persönlich.
Für ein Produkt, das sich im Alltag fast wie eine Flatrate anfühlt, ist das eine wichtige Grenze.
Deutschlandticket für einen Monat gebraucht.
Reise gemacht.
Abo vergessen.
Nächster Monat: weiterhin sehr mobil, zumindest vertraglich.
Ein deutschlandweit gültiges Ticket ist nur so praktisch wie der Nahverkehr, der vor Ort tatsächlich fährt.
In einer Stadt mit Straßenbahn alle zehn Minuten kann es den Alltag komplett verändern.
Wenn der letzte Bus um 19:12 Uhr fährt, bleibt das Ticket trotzdem gültig. Nur der Bus ist weg.
Wenn das Deutschlandticket für den Monat sowieso bezahlt ist, verändert sich die Frage bei einem spontanen Ausflug.
Nicht mehr: „Was kostet die Fahrt?“
Eher: „Wie lange dauert sie und habe ich heute Lust darauf?“
Der Transport ist finanziell nicht kostenlos. Die einzelne zusätzliche Nahverkehrsfahrt fühlt sich im Monatsbudget nur deutlich weniger wie ein neues Ticket an.
Deutschlandticket plus Fahrrad klingt erst einmal wie eine einfache Kombination.
Ist es nicht überall.
Die Fahrradmitnahme ist nicht automatisch im Ticket enthalten, und je nach Region gelten unterschiedliche Tickets oder Sperrzeiten.
Ein bundesweit einfaches Ticket kann bei zwei Rädern plötzlich wieder sehr regional werden.
Verbindung suchen.
RE: 2 Stunden 41.
ICE: 1 Stunde 28.
Deutschlandticket vorhanden.
Der kleine Haken: Das Ticket ist ein Nahverkehrsticket.
Schneller Zug und vorhandenes Ticket sind deshalb nicht automatisch dieselbe Reise.
Beim Jobangebot lohnt sich manchmal eine unspektakuläre Frage: Gibt es das Deutschlandticket als Jobticket?
Wenn der Arbeitgeber sich beteiligt, kann der eigene monatliche Preis deutlich unter dem normalen Ticketpreis liegen.
Kein Benefit, der auf LinkedIn besonders glamourös aussieht. Für Pendler dafür jeden Monat konkret sichtbar.
63 Euro für fast den gesamten deutschen Nahverkehr klingt objektiv nach sehr viel Mobilität.
Wer aber fast alles mit Fahrrad oder zu Fuß erledigt und nur zweimal im Monat Bus fährt, braucht vielleicht trotzdem kein Abo.
Ein großes Netz ist nur dann ein gutes Angebot, wenn man es auch benutzt.
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