Ich denke beim Weggehen inzwischen früher an den Heimweg.
Wenn ich um 23 Uhr noch direkt mit Bus oder Bahn nach Hause komme, fühlt sich das anders an als zwei Stunden später mit Nachtbus, Umstieg und einer halben Stunde Wartezeit.
Manchmal gehe ich nicht nach Hause, weil der Abend schlecht ist. Ich gehe, weil der gute Heimweg gerade fährt.
Ich gehe inzwischen lieber in dem Moment, in dem ich denke „war richtig schön“, als eine Stunde später, wenn ich nur noch müde auf mein Handy schaue. Ein Abend muss für mich nicht erst schlechter werden, bevor ich ihn beenden darf.
„Ich gehe inzwischen früh nach Hause“ klingt nach 21 Uhr und Wärmflasche. Gemeint ist manchmal einfach: 23:30 statt 2:45. Alterswandel kann erstaunlich kleine Uhrzeitverschiebungen dramatisch formulieren.
Ein Abend kann um halb elf richtig gut gewesen sein und trotzdem um halb elf enden.
Man hat gegessen, geredet, gelacht und merkt irgendwann: Eigentlich fehlt mir gerade nichts mehr.
Nur weil die anderen noch weiterziehen, wird aus einem schönen Abend nicht automatisch ein unvollständiger.
Angenehm sind Gruppen, in denen „ich fahre nach Hause“ einfach eine Information ist.
Kein „Jetzt schon?“, kein Überreden, kein Beweis dafür, dass der Abend trotzdem Spaß gemacht hat.
Manchmal macht genau diese Freiheit es sogar leichter, überhaupt mitzukommen.
Für den einen beginnt der gute Teil des Abends um 23 Uhr, während der andere seit einer Stunde müde ist. Das muss weder langweilig noch besonders jugendlich sein. Menschen bringen offenbar nicht nur verschiedene Kalender, sondern auch verschiedene innere Uhren mit.
Vielleicht ist das Problem gar nicht, dass man weniger ausgehen möchte.
Wenn Essen um 18 Uhr beginnt und die Bar um 20 Uhr, kann ein Abend lang sein und trotzdem vor Mitternacht enden.
Schwieriger wird es, wenn das eigentliche Programm erst zu einer Uhrzeit startet, zu der man innerlich schon über Zähneputzen nachdenkt.
„Nur noch eins.“
Getränk bestellen.
Trinken.
Noch kurz reden.
Jacken holen.
Plötzlich 75 Minuten später.
Das letzte Getränk hat eine erstaunlich schlechte Uhr.
„Ich mach mich langsam auf den Weg.“
Jacke holen.
Drei Gespräche.
Noch jemanden verabschieden.
Vor der Tür weiterreden.
Früh gehen sollte man offenbar früh ankündigen.
Ich bin nicht langweilig geworden.
Mein Bett ist einfach konkurrenzfähiger geworden.
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