Im Team sind alle per Du. Zehn Minuten später beginnt die Kundenmail mit „Sehr geehrte Frau …“. Das wirkt nur von außen widersprüchlich. Unterschiedliche Beziehungen können im selben Unternehmen problemlos unterschiedliche sprachliche Abstände haben.
Ein Du von einem Kollegen kann Nähe schaffen.
Ein Du aus einer automatischen Mail mit „Hey, wir vermissen dich!“ fühlt sich nicht unbedingt genauso persönlich an.
Vielleicht entscheidet weniger das Pronomen als die Frage, ob tatsächlich eine Beziehung dahintersteht.
Ich verbinde „Sie“ inzwischen weniger automatisch mit Kälte. Jemand kann mich sehr freundlich siezen und ein anderer ziemlich unfreundlich duzen. Höflichkeit steckt offenbar nicht ausschließlich im Pronomen.
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